Fördermöglichkeiten und Vergabe

Blütenreicher Saum im 2. Jahr, der durch eine Urban-Gardening-Initiative in Osnabrück angelegt wurde (Foto: K. Kiehl)
Arten- und blütenreiche Säume und Wegraine können nicht nur in Agrarlandschaften sondern auch auf städtischen und stadtnahen Freiflächen angelegt werden. Dieser im Frühjahr 2013 angesäten Saum hat bereits nach 15 Monaten einen üppigen Blühaspekt entwickelt (Foto: K. Kiehl)

Um die Erhaltung oder Neuanlage artenreicher Säume zu fördern, gibt es verschiedene Ansätze. Um als Akteur (z. B. als Landwirt, Kommune) eine finanzielle Unterstützung für Saatgut und Pflegeaufwand zu erhalten, existieren derzeit je nach Region/Bundesland und beteiligten Interessen-gruppen verschiedene Möglichkeiten.

Im Rahmen von Kompensationsmaßnahmen nach der naturschutzfach-lichen Eingriffsregelung (§ 15 BNatSchG) ist die Anlage oder Aufwertung und Pflege von Säumen und Feldrainen eine sinnvolle Maßnahme. Ein hohes Potenzial für eine nachhaltige Anlage blütenreicher Saumstrukturen stellen dabei die oft zahlreich vorhandenen Wegränder und verarmten Randstrukturen entlang landwirtschaftlich genutzter Flächen dar, die sich im Besitz von Städten und Kommunen beenden. Diese Bereiche könnten in Zeiten hoher Pacht- und Grundstückspreise als kostengünstige Kompensationsflächen im Rahmen der Eingriffsregelung aufgewertet werden. Hier bietet sich auch die Aufnahme in einen Flächenpool der Ökokontoregelung (§ 16 BNatSchG) an. Dazu ist eine Klärung der Eigen-tumsverhältnisse der potenziellen Flächen notwendig, die im ersten Schritt durch den Abgleich von Luftbildern und Flurstücksgrenzen erfolgen kann; anschließend müssen genaue Vermessungen erfolgen. Institutionen, wie z.B. Flächenagenturen, Landgesellschaften aber auch Stiftungen oder „Sondervermögen“ der Städte und Kommunen sind so in der Lage, geeignete Flächen vorzuhalten und ferner die Koordination der Maßnahmenumsetzung und anschließende Sicherung der Folgepflege zu gewährleisten. Im Rahmen von Kompensationsmaßnahmen sollte nur zertifiziertes Wildpflanzen-Saatgut regionaler Herkunft, das auch in der jeweiligen Region vermehrt wurde, zum Einsatz kommen.

Je nach Region und Bundesland kann für die Neuanlage und Pflege von Säumen auch auf Projektfördermittel oder regionale Programme zur (Bienen-)Nützlingsförderung oder auf Vertragsnaturschutzprogramme (z.B. MEKA, MLR Baden-Württemberg 2014) zurückgegriffen werden. Förder-mittel für die Anlage oder Aufwertung von Säumen und Feldrainen können auch bei vielen regionalen Stiftungen beantragt werden.

Da von blütenreichen mehrjährigen Wildpflanzensäumen oftmals verschiedene Nutzer- bzw. Gesellschaftsgruppen profitieren, hat es sich in der Praxis als erfolgreich erwiesen, wenn mehrere Nutzergruppen an der Planung, Umsetzung und Pflege beteiligt sind. So können regionale Kooperationen von Landwirten, Imkern, Jägern, Vereinen, Verbänden, Stiftungen und/oder lokalen Initiativen von Bürgern in gemeinsamer Regie aktiv werden. Eine Umfrage der Hochschule Osnabrück hat gezeigt, dass die eine solche Zusammenarbeit vielfach erwünscht ist.